Der Kampf um Arsingen

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Der Kampf um Arsingen

Beitrag  Ironheade am 10.02.15 14:41

Dieser Traviamorgen war neblig und trüb. Passendes Wetter für das was sie vorhatten, befand Reo und rieb sich den letzten Schlaf aus den Augen. Im Lager herrschte bereits geschäftiges Treiben. Einige letzten Vorbereitungen für die bevorstehende Schlacht wurden getroffen. Obwohl Schlacht wie ein zu nobler Begriff wirkte, wenn man ihren dreckigen Haufen Abschaum ansah. Eran Bachental, der Anführer der Firuns Schatten, hatte alle Freischärler und Räuber des Svellttals zusammengerufen um die Tributzahlungen Lowangens abzufangen. Viele waren seinem Ruf gefolgt, immerhin genossen die Firuns Schatten einen gewissen Ruf. Nur einige kleinere Gruppe aus dem Norden und natürlich die Feiglinge von Renos wilden Haufen waren nicht gekommen. 'Wahrscheinlich ist seine kaiserliche Mäjestät Reno I. zu sehr damit beschäftigt das Svellttal unter seinen Anhängern aufzuteilen.', hatte Olk gewitzelt und ein vornehmes Gesicht aufgesetzt. Niemand hatte ernsthaft damit gerechnet das Reno wirklich Leute schicken würde, trotzdem hatte Eran darauf bestanden auch ihm zu schreiben. Auch ohne Renos Unterstützung waren sie an die 100 Mann die sich unweit von Arsingen versammelt hatten. Ein solch großer Truppe lies sich nur schwer verstecken. Immerhin befand sich in Arsingen eine der wenigen Zollstationen der Orks. Das wusste auch Eran. Daher hatte er die Firuns Schatten im Vorfeld bereits das Dorf Arsingen von Orks säubern lassen. So konnten sie sich in aller Ruhe auf den Kampf vorbereiten. Die Späher hatten berichtet das die Karawane von etwa 25 Orks bewacht wird. Einzige Auffälligkeit war dabei ihr Anführer. Ein großer Ork mit einzelnen roten Strähnen im Fell. Niemand hätte dem weiter Beachtung geschenkt, wenn nicht der Ohm erschrocken aufgesprungen wäre, als er das gehört hat. 'Das ist einer aus der Garde des roten Mondes, die sind gefährlich!', hatte er gerufen und hinzugefügt, 'Wir dürfen den auf keinen Fall unterschätzen.' Reo erfüllt es mit Besorgnis das den Ohm ausgrechnet ein Ork so aus der Fassung bringen kann. Der Ohm war der älteste Kämpfer der Firuns Schatten, er hatte bereits beim Angriff der Orks auf den svellttalischen Städtebund gegen sie gekämpft und dabei sein eines Auge verloren. Das hielt ihn nicht davon ab immernoch der beste Bogenschütze und Schwertkämpfer der ganzen Einheit zu sein. Reo hatte ein besonderes Verhältnis zum Ohm. Nachdem seine Familie von den Orks getötet wurde, war der Ohm so etwas wie ein Vater für ihn geworden. Er hatte ihm alles beigebracht was er zum Überleben in der Wildnis und im Kampf brauchte. Und eigentlich, hatte Reo geglaubt, könne den Ohm nichts aus der Ruhe bringen. Aber ganz offensichtlich hatte er sich da geirrt. Dieser Ork kann es. Das kann nichts Gutes bedeuten.
Reo versuchte sich mit dem Gedanken zu beruhigen, das sie den Orks immernoch eins zu vier überlegen waren und außerdem das Überraschungsmoment auf ihrer Seite hatten. Was sollte dieser Ork dagegen schon ausrichten können? Fredo riss in aus seinen Gedanken. „Zieh dich an! Du sollst dich beim Ork melden!“ raunzte er ihn missmutig an. Ganz offensichtlich hatte Fredo gestern zu viel getrunken und das machte ihn am nächsten Morgen immer unausstehlich. Reo zog sich eilig an und lief zum Zelt des Orks. Eigentlich hieß er Harad Formin, aber alle nannten ihn Ork weil er ein Halbork war. Er hatte wegen seiner Kampferfahrung von Eran das Kommando über einen Trupp Bogenschützen für die Schlacht bekommen und Reo war einer von ihnen. „Was wünscht ihr mein Kommandant?“ sagte Reo beim eintreten ins Zelt mit gespieltem Gehorsam. Der Ork zog eine Braue hoch und antwortet: „Lass den Mist oder ich mach deine hässliche Visage noch hässlicher.“ Reo lachte. „Ich hab dich nicht rufen lassen, damit du mich verhöhnst. Wir sollen uns auf der Südseite der Strasse postieren und von dort ihre Bogenschützen ausschalten.“, brummte der Ork. „Das hättest du mir auch zusammen mit den Anderen erzählen können. Also was willst du wirklich?“, unterbrach Reo ihn. „Weil ich ein Frage und eine Aufgabe für dich habe.“ Bei diesen Worten entblösste der Ork seine Zähne mit einem schiefen grinsen. „Na, dann schieß los.“, sprach Reo ungeduldig. Irgendetwas stimmte hier nicht. Der Ork war eigentlich niemand der gerne um den heißen Brei herumredete und auch das Grinsen gefiel ihm ganz und gar nicht. „Die Frage lautet: Was sagt dein Bauchgefühl?“ „Zu was?“ Reo verstand nicht worauf der Ork hinaus wollte. „Zu deinem Morgenschiss! Zu dem uns bevorstehenden Kampf natürlich, du Holzkopf.“ bluffte er Reo an. Reo hatte schon seit seiner Kindheit die sonderbare Begabung Gefahr im vorhinein spüren zu können. Zumindest meistens. Viele Male hatte ihm das das Leben gerettet und auch seinen Gefährten von den Firuns Schatten war diese Fähigkeit schon zu gute gekommen. Doch heute schien sich sein sechster Sinn überhaupt nicht zu rühren. „Mein Bauchgefühl sagt mir überhaupt gar nichts.“ brachte Reo nach eine Weile genervt hervor. Die Anderen zogen ihn gern mit seiner Gabe auf. Machten Witze darüber wenn er irgendetwas nicht rechtzeitig bemerkte. Er hasste das. „Was den? Alle haben ein mulmiges Bauchgefühl bei dieser Aktionen außer unser großer Prophet? Ha!“, lachte der Ork, „Das bedeutet wir sind entweder schon alle tot oder die Orks machen sich vor Angst in die Hosen und laufen weg wenn sie uns sehen.“ Er grunzte vor lachen. „Mach du nur deine Witze. Was ist den jetzt mit der Aufgabe für mich?“, Reo war nun vollends genervt von der ganzen Situation. „Ich schicke dich als Späher aus. Du sollst uns bescheid geben wenn die Karawane kommt.“, sagte der Ork nachdem er sich wieder gefangen hatte. „Gut!“ brummte Reo und wandte sich zum gehen. „Reo?“, die Stimme des Orks lies ihn noch einmal anhalten. „Was?“ fragte er ohne sich umzudrehen. „Viel Glück!“
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Re: Der Kampf um Arsingen

Beitrag  Ironheade am 10.02.15 15:53

Als Reo das Zelt verlies schaute er sich um. Immernoch neblig. Wenn das Wetter nicht bald besser würde, würden er die Karawane erst sehen wenn sie schon fast direkt vor ihm stand. Und das wäre für seinen Auftrag alles andere als hilfreich. Er macht sich auf um seine Waffen aus seinem Zelt zu holen. Die Wachen am Eingang schauten etwas misstrauisch als er an das Lager allein verlassen wollte, doch sagten sie nichts und dafür war Reo dankbar. Er hatte keine Lust jetzt lang und breit erklären zu müssen, das er auf Kundschaftermission geschickt wurde. Zumal der einzige der das bestätigen könnte, der Ork war. Aus dem Lager heraus, foglte er dem Verlauf der Straße nach Norden. Dort müsste die Karawane entlang kommen. Natürlich hielt er sich soweit vom eigentlichen Weg entfernt das man ihn von der Straße aus nicht entdecken konnte, er hingegen aber die Straße gut im Auge hatte. Eigentlich war er ganz froh darüber das er auf Erkundung geschickt wurde. So hatte er wenigstens etwas zu tun. Das schlimmste an einer Schlacht ist das ungeduldigen Warten vorher. Und so blieb ihm wenigstens das erspart. Nach etwa einer Stunde kam er an eine Wegbiegung an einem kleinen Waldstück in der Nähe von Svalltermoor. Noch immer war nichts von der Karawane zu sehen gewesen. Der Nebel hatte sich in zwischen gelichtet und die Sonne war herausgekommen. Reo beschloss hier halt zu machen. Von dem Wald aus würde er gut erkennen können wenn die Karawane Svalltermoor verlassen würde. Sodass dies der perfekte Fleck zum Ausschau halten für ihn war. Er war gerade dabei sich einen schönen Platz zum warten auszusuchen, als er frische Wagenspuren auf dem Boden bemerkte. Das eigenartige daran war, das die Spuren in den Wald führten. Ein ungutes Gefühl machte sich in Reos Magengegend breit. Warum würden Wagen so früh am Morgen in den Wald wollen? Dem musste er nachgehen! Vorsichtig schlich er den Spuren nach. Nach kurzer Zeit entdeckte er sie. Eine Ansammlung von etwa 10 großen Wagen, alle vollbeladen. Doch was ihn am meisten beunruhigte waren die Orks die auf den Wagen saßen oder um sie herumstanden. Warum waren die Orks in den wald gefahren. So wie es aussah lagerten sie hier schon ein Weilchen. Aber warum nur? Es bestand kein Zweifel, dies war die Karawane die sie überfallen wollten. Doch warum hatten sie hier Halt gemacht? Einer plötzlichen Eingebund folgend, suchte Reo das ganze Lager mit den Augen nach dem komischen roten Ork ab. Konnte ihn aber nicht entdecken. Was hatte das zu bedeuten? War er vorrausgeritten? Aber wozu? Hatten sie vielleicht doch Wind von der Sache bekommen? Es nutzte nichts. Reo konnte sich noch so sehr seinen Kopf zerbrechen, er würde auf keine Antwort kommen. Er wusste nur eins er musste so schnell es ging zurück ins Lager und den anderen Bescheid geben. Er schlich sich aus dem Wald und rannte so schnell ihn seine Füße trugen zurück nach Arsingen. Während des ganzen Weges drehten sich seine Gedanken nur um eine Sache. Warum hatten die Orks ihre Karawane im Wald zum stehen gebracht und warum war der rote Ork nicht dabei? Das konnte nichts Gutes bedeuten. Als er am Wald in der Nähe von Arsingen ankam, bog er direkt in den Wald ein. Er wusste nicht wo dieser Ork war und er konnte es sich nicht leisten womöglich von ihm gesehn zu werden und ihre Vorhaben so zu verraten, wenn es denn noch immer unentdeckt geblieben war. Er lief schnurrstracks zu ihrem Lager. Von weitem konnte er schon Stimmen hören. Es war ungünstig das seine Gefährten in dieser Situation einen solchen Lärm veranstalteten. Wenn hier Orks unterwegs waren würden sie das Lager recht bald finden. Reo beeilte sich zum lager zu kommen. Erst als er etwas näher kam, fiel ihm auf, das diese Stimmen gar kein Garethi sprachen. Sie sprachen die Orksprache. Hatten die Orks das Lager bereits gefunden? Wieso war dann kein Kampflärm zu hören? Als das Lager endlich in seinem Sichtbereich auftaucht konnte er die Antwort auf seine Fragen bereits sehen. Die Orks hatten das Lager gefunden. Doch war der Kampf bereits vorbei. Die Schwarzpelze veranstalteten auf den Überresten eine kleine Siegesfeier. Fassungslos starrte Reo sie an. Wie hatten sie davon erfahren? Und wie waren sie unbemerkt von ihren Spähern bleiben können?
Da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Sie hatten nur auf die Straße und die umliegenden Wälder geachtet. Weil sie nur mit einer Karawane gerechnet hatten. Doch gab es einen unbefestigten Pfad direkt von Lowangen nach Arsingen. Die Karawane hätte ihn freilich nicht nehmen können. Doch ein Horde Orks auf Orkponys schon.Traurig und voller Wut starrte Reo die feiernden Orks an. Da erblickte er ihn. Auf dem Rücken eines Orkponys saß der rote Ork. Ein wirklich großer Ork. Er trug einen seltsam verzierten Brustharnisch und entsprechende Beinschienen. Den Helm hatte er angesetzt, sodass man sein erhobenes Haupt mit den roten Strähnen sehr gut sehen konnte. Mit der linken Hand hielt er die Zügel, mit der rechten etwas triumphierend in die Luft. Reo erkannte es nicht gleich. War das? Nein! Unmöglich! Doch er war es. Die Augenklappe, das kantige Gesicht, das war der Kopf des Ohms. Den der Ork wie eine Jagdtrophäe in die Höhe hielt. Zorn überkam Reo. Dafür sollt er bezahlen. Rasch besehnte er seinen Bogen und legte einen Pfeil auf. 'Du hast dem Ohm den Kopf abgtrennt, dafür trenne ich dir deinen ab', dachte er und bewegte sich langsam auf die Szene zu. Reo begann langsam den Bogen zu spannen und auf den Kopf des Orks zu zielen. „Friss das Missgeburt“, rief er und lies die Sehne los. Mit einem zischen schoß der Pfeil Richtung Ork. Und traf ihn am rechten Auge. Der Ork schrie auf und lies den Kopf des Ohms fallen. Die anderen Orks verstummten und drehten sich in die Richtung aus der der Pfeil gekommen war. Schlagartig wurde Reo bewusst das er völlig ungeschützt war. In seinem Zorn hatte er vergessen sich richtig zu verstecken sodass die Orks ihn nun alle problemlos ausmachen konnten und nun ihrerseit ihn wutentbrannt ansahen. „Holroch ke Woschra!“ brüllte der blutüberströmte Anführer, der sich erstaunlicherweise noch im Sattel halten konnte und ebenfalls Reo ansah. „Verdammt!“, stieß Reo hervor und nahm die Beine in die Hand. Hinter sich hört er das Kampfgebrüll der Orks. Reo wusste er hatte nur eine Chance. Die Orks würden ihn alsbald einholen. Also musste er sich irgendwo verstecken. Zum Glück fiel ihm auch gleich der perfekte Ort ein. Bei seiner Ankunft hier hatte er die Gegend ein wenig erkundet und dabei war er beinahe in ein Erdloch ganz in der Nähe gefallen, welches gut versteckt hinter einem Busch lag. Das würden die Orks ganz sicher ebenso übersehen wie er es beinahe übersehen hatte. Sein einziges Problem war es nun dort hin zu gelangen ohne das die Orks es bemerkten. Sie waren noch immer hinter ihm, das konnte er hören. Schnell schlug er ein paar Haken hinter ein paar Bäumen um die Orks zu verwirren. Dann sprang er hinter den Busch und in das Erdloch. Nun galt es zu hoffen, das die Orks das nicht gesehen hatten und vorrüberrannten. Er konnte hören wie sie näher kamen. Offenbar hatten sie ihn aus den Augen verloren, denn sie verlangsamten ihre Schritte. Reo hielt seinen Atem an als er die Orks ganz nah bei seinem Erdloch hörte. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und es war ihm als würden sie ihn jeden Moment packen und herausziehen. Doch hatte er Glück, die Orks schienen das Erdloch nicht zu bemerken und entfernten sich wieder. Reo atmete tief durch als sie fort waren. Er wusste das es das klügste war solange hier zu bleiben bis die Orks vollständig abgezogen waren. Doch wo sollte er jetzt hin? Die Firuns Schatten war nicht mehr und nach seinem tollen Auftritt gerade würde er wahrscheinlich im ganzen Svellttal steckbrieflich gesucht werden. Also blieb ihm nur das Exil. Lowangen war zu nah, dort gab es immer noch Kopfgeldjäger die bereit waren mit den Orks zu kooperieren und ihn auszuliefern. Nein! Er würde nach Trallop gehen müssen, zu Dhana Jolen. Sie half verschiedenen Widerstandsgruppen ihre Beute außerhalb des Svellttals zu verkaufen und kümmerte sich auch um den Nachschub. Sie war nun seine einzige Hoffnung. Doch dazu musste er erst einmal zu ihr kommen. Das würde nicht einfach werden.
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