Der Boronsanger des großes Sieges

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Der Boronsanger des großes Sieges

Beitrag  Tessa am 29.03.13 6:24

Damit alle Nichtanwesenden nachlesen könnne, was bei unserem gestrigen Finale so abging - und weil ich Lust hatte...
Ich bin ein bisschen mehr auf die Charaktere der Nichtanwesenden eingegangen, damit die nicht ganz so tatenlos wirken. Außerdem habe ich das Ende nach dem Kampf dramaturgisch etwas aufgebauscht. Mir ist nämlich wieder eingefallen, wo ich das mit dem Schlagen des Boronsrades - speziell über Leichen - gelesen hatte: Bei der Beschreibung zum Grabsegen, einem der 12 Grundliturgien der zwölfgöttlichen Geweihten...
Falls ich inhaltliche Fehler gemacht habe, korrigiert mich. Ich schreibe viel mit, aber auch nicht alles. ;)



„Brrrrrrrrrrrr!“
Die Kutsche wurde langsamer, blieb schließlich stehen. Shanya lief es kalt den Rücken hinab – und das hatte nichts mit ihrer knappen Kleidung zu tun. Zaghaft stieg die Gruppe aus. Vor ihnen erstreckte sich ein großer Boronsanger, der vermutlich schon unter normalen Umständen ein unheimlicher Ort war. Nun tauchten die letzten Strahlen von Praios flammendem Auge den Ort in mehr Schatten als in Licht und konnten gerade so noch den Frevel offenbaren, welcher der heiligen Erde hier angetan worden war: Wo Gräber sein sollten, klafften Gruben, deren Tiefen kein Strahl mehr erhellte. Die zerwühlten Ränder der Gruben erinnerten Shanya an schorfige Ränder unverheilter Wunden, nur floß hier kein Blut. Kein Blut, kein Leben – die Wunden eines Toten. Was der Zwerg in seinem kopflosen Übermut einer toten Elfe angetan hatte, war nichts im Vergleich zu dem Frevel, der hier vollzogen worden war. Einst Stätte der Ruhe und des Friedens, nun ein unheiliger Ort.
Niemand schien den Anger betreten zu wollen. Alle waren angespannt. Die zwei Gjalskerländer sahen beinah so bleich aus, als würden sie selbst schon im Grab liegen.
„Sowas passiert, wenn man sie nicht ins Meer wirft.“, flüsterte Fiana leise.
Argosch schnaubte und stapfte mit gezogener Axt vorwärts, Kyrim folgte mit erhobenem Schild und hatte den Zwerg bald eingeholt. Der Rest folgte. Gebannt suchten Shanyas Augen die Umgebung nach einem Lebenszeichen – oder Unlebenszeichen – ab, während ihr die Fantasie überall wandelnde Leichen präsentierte. Als sie dann schließlich etwas sah, war sie erst nicht sicher, ob er sich um Realität oder ihre Vorstellung handelte: Ein menschliches Skelett erhob sich langsam aus einem der Gräber. Es musste wohl echt sein. Nicht nur Shanya hatte es bemerkt.
„Dem da den Kopf abzuschlagen ist ok, oder?“, vergwisserte sich Argosch.
Die Gruppe antwortete mit einem einstimmigen: „Ja!“ und schon saß der erste Axthieb und nach dem zweiten zerfiel das knöcherne Gerüst wieder in seine Einzelteile.
„UUUUUUUUOOOOOOOHHHHHHHHH.“, tönte es von scheinbar überall. Weitere Gestalten begannen sich zu erheben. Shanya, durch das Beispiel des Zwerges ermutigt, wollte es ihm gleich tun.
Doch eben dieser Zwerg rief sie zurück: „Nein Shanya! Wir müssen die Quelle ausschalten!“, rief er und deutete auf ein flackerndes Licht vor ihnen. Auch Kyrim trieb die Gruppe an. Gemeinsam stürmten alle an den sich erhebenden Überresten menschlichen Lebens vorbei und zum Licht, welches sich als Lampe im Eingangsbereich einer erleuchteten Gruft entpuppte. Darin stand die Truppe nun vor der Wahl: 3 Gänge boten sich ihnen an, einer zur Linken, einer mittig, einer zur Rechten. Aus allen drang weiteres Licht.
„Links!“, rief Argosch.
„Nein! Geradeaus! Der wichtigste Tote ist immer in der Mitte!“, rief Kyrim.
Für lange Diskussionen blieb keine Zeit, denn von hinten waren bald Horden an Untoten zu erwarten.
„Mitte!“, entschied Shanya und lief vorwärts. Argosch setzte gleich hinterher, auch wenn er sich anders entschieden hätte. Gefolgt vom Rest liefen sie in einen Raum, in welchem ein weiteres wandelndes Skelett sie erwartete – und ein übel riechendes Etwas, dessen ehemals wohl menschliche Form durch fortgeschrittenen Verwesungsprozess kaum noch auszumachen war. Argosch griff das Verwesungswesen an und verpasste ihm einen kräftigen Axthieb. Shanya nahm sich das Skelett vor, welches ihren ersten Angriff jedoch abwerte. Kyrim ging neben Shanya in Stellung – griff jedoch nicht an – als Shanya dem Skelett einen zweiten Schlag verpasste. Diesmal traf sie voll, war jedoch von der Härte des Rückschlags überrascht. Hier konnte sie kein weiches Fleisch durchschneiden, ihre Klinge traf direkt auf die Knochen und schien nicht viel anzurichten. Von dieser Erkenntnis noch abgelenkt sah sie den Angriff kaum kommen – sie realisierte gerade, dass sie wohl kaum rechtzeitig den Säbel würde heben können, als Kyrim sein Schild vor sie schob.
„KRACK!“
Dieses Geräusch würde Shanya wohl zeit ihres Lebens nicht vergessen, genausowenig wie die Hitze des Feuerstrahls, welcher eben an ihr vorbeischoss und die alten Knochen noch mehr verdunkelte. Ermutigt setzte Shanya zu zwei schnell aufeinander folgenden Schlägen an, die auch beide trafen, gefolgt von einem Hieb von Nezahet, welcher sich nun auch in Position gebracht hatte. Doch das Knochengebilde ließ sich nicht beirren – wie auch, wo doch irren menschlich ist und diesem jede Menschlichkeit abhanden gekommen war. Es setzte wieder zum Schlag auf Shanya an und wieder hob Kyrim sein Schild und – Shanya spürte, wie das Schwert sie durchdrang, ehe ein zweiter Feuerstrahl das Skelett zusammen brechen ließ.
Aus den Augenwinkeln bemerkte Shanya, dass Argosch gerade seinen untoten Gegner mit einem letzten Hieb zu Boden schickte, dann sank sie ebenfalls auf die Knie, den Arm auf ihren blutenden Unterleib gepresst und schwer keuchend vor Schmerz. Nezahet beugte sich besorgt über sie.
„Da kommen ganz viele!“, drang die Stimme Dragios vom Eingang des Raumes her. Shanya blickte auf und sah beide Nivesen und beide Gjalskerländer dort den Zugang blockieren.
„Es gefällt mir nicht, aber wir sollten weiter.“, hörte sie Nezahet murmeln. Es stimmte: sich hier zu verschanzen hätte keinen Sinn. Sie mussten weiter! Zwei Türen gingen von diesem Raum ab – eine links, eine rechts.
„Nach links!“, keuchte sie und erhob sich. Argosch war als erster bei und durch die Tür, dicht gefolgt von Shanya, Nezahet und Kyrim – die beiden Männer hielten sich nah bei der Verletzten, wohl auch um sie notfalls zu stützen.
Dieser Raum war sehr groß und hier wandelten weitere Wesen, denen man den Weg in Borons Hallen neu weisen musste. 5 Skelette zählte Shanya, dazu 3 dieser anderen widerlichen Kreaturen und 4 einer neuen Art – Wesen menschlicher Form ohne Kleidung, Gesicht oder Haare. Doch in der Mitte des Raumes stand eine dunkle Gestalt, deren schwarze Robe mit silbernen Mustern – Shanya erkannte einen Totenkopf darin – verziert war. Um ihn ein Kreis merkwürdiger Formeln am Boden. Shanya schluckte. Sie war vielleicht nicht die hellste, aber sie war lernfähig. Darum wusste sie sofort eines: Diesen Mann dort mussten sie aufhalten! Sie wollte los laufen, doch Kyrim hielt sie zurück, sodass der Zwerg an ihnen vorbei stürmte und sich dem ersten Skelett entgegen warf. Shanya hatte inzwischen bemerkt, dass die Kreissymbole hier nicht in Sand gefurcht und somit leicht verwischbar waren – der schnellste Weg, diesen Zauber zu beenden, war wohl den Beschwörer direkt anzugreifen. Als Fiana mit erhobenem Speer an allen vorbei stürmte, ließ sich Shanya nicht mehr aufhalten und folgte ihr, und alle, die sich aus dem ein oder anderen Grund verpflichtet fühlten, Shanyas Leben zu schützen, folgten ebenfalls. Bis auf den Zwerg. Argosch war nun mit drei Skeletten auf einmal beschäftigt, während der Rest der Abenteurer die abgelenkten Untoten unbehelligt passieren konnte und den magischen Kreis erreichte. Fianas Speer traf den Nekromanten zuerst, gleich gefolgt von einem Säbelhieb Shanyas. Der Mann schrie auf, hielt sein unheiliges Tun jedoch aufrecht – Islogh, Jokja und Nezahet mussten den Rücken der Vorgestürmten decken. Dragio, wohl leer gezaubert, verpasste dem Nekromanten einen Schlag mit seinem Stab, Kyrim setzte einen dazu und Shanyas zweiter Säbel ließ ihn dann zusammen brechen.
„Der lebt noch!“, warnte Dragio und Fiana rammte dem Frevler den Speer in die Kehle. Dumpfes Pochen und Klappern – alle Untoten fielen zu Boden.
Von Argosch hörte man ein empörtes Ausrufen: „Eh! Hättet ihr damit nicht warten können? Es hat gerade so Spaß gemacht.“
Shanya warf ihm einen bösen Blick zu. Nach einem kurzen Disput über angemessenen Umgang mit (Un)Toten, fuhr Argosch fort, sich die Überreste eben jener genauer anzusehen. Shanya wandte sich wieder dem toten Nekromanten zu, der gerade von Kyrim untersucht wurde. Traurig starrte sie auf den langsam erkaltenden Leib. Sein Blut hörte schon auf zu fließen. Kein Leben, kein Blut. Ganz anders Shanyas Bauchwunde. Shanya war nun beinah froh über den Schmerz und den roten Lebenssaft, welcher ihr Gewand durchtränkte und den Boden mit weiteren roten Spränklern benetzte. So fühlte sie sich lebendig an diesem unheiligen toten Ort. Wie ließ sich nur all der unheilige Frevel beseitigen, den dieser verdorbene Mensch an diesem Ort gewirkt hatte? Shanya fühlte, was getan werden musste – es musste immer getan werden, wenn eine Seele von Dere ging. Natürlich ließ sich damit nicht der ganze Schaden beheben, welcher hier angerichtet wurde, aber es wäre ein Anfang. Nur – war sie berechtigt dazu? Als Akolythin war sie mit den gängisten Segnungen vertraut. Sie kannte die Geste, sie kannte die Worte – doch hatte man ihr vor ihrer Weihe oft eingeschärft, dass sie mit ihrem Wissen nichts erreichen konnte, ohne einen richtigen Geweihten. Nur war davon gerade keiner hier und Shanya hatte das Bedürfnis, jetzt etwas zu tun. Hatte sie die Befügnis...? Nein. Aber schaden würde es gewiss nicht, wenn sie...
Shanya trat an den Leichnahm heran, schlug das Zeichen des gebrochenen Rades über ihm und fügte – nur in Gedanken – die rituellen Worte des Grabsegens hinzu: „Herr des Todes, einen Menschen will ich dir anempfehlen, dir, dessen Wirken beendet ist. Lass deine göttliche Gerechtigkeit den Urteilsspruch finden für diesen Deresohn. Schicke deinen Raben aus, diese rastlose Seele zu fangen. Möge Golgari sie führen vor Rethon, die Allwissende. Möge diese Seele nach Deinem Urteil finden, was für sie bestimmt ist.“
Shanya atmete tief durch. Hatte es etwas bewirkt? Sie selbst zumindest fühlte sich besser. Ruhiger. Friedlicher. Und wie sie so auf Körper des Verstorbenen hinab blickte, fiel ihr an Rand ihres Blickfeldes ein leichter Glanz auf. Sie sah näher hin und bemerkte, dass im Boden ein Stein völlig anders aussah als der Rest. Ein Rundumblick verriet, dass er sich genau im Zentrum des Kreises befand, welchen der Nekromant für seine Totenbeschwörungszauber benutzt hatte und dessen Symbole gerade von Dragio und Kyrim zerstört wurden – das Klopfen und Hämmern hallte durch den ganzen Raum, ebenso wie ein metallisches Klirren. Argosch schien aus irgend einem Grund bestrebt zu sein, die Waffen sämtlicher Untoten auf dem Boden zu zertrümmern. Shanya kniete sich hin und verzog dabei schmerzerfüllt das Gesicht, dann betrachtete sie den Stein konzentrierter: Er war unscheinbar, schlicht schwarz und nur bei genauem Hinsehen sah man silbrige Spuren in ihm aufblitzen. Vorsichtig löste Shanya den Stein aus dem Boden.
Das raschelnde Geräusch gefederter Schwingen erklang, zunächst laut und eindringlich, dann leiser werdend, wie wenn ein Rabe davon fliegt, immer leiser bis eine borongefällige Stille alle Geräusche erstickte. Shanya schloss die Augen und die Hand um den Stein. „Ich hoffe, du hast seine Seele mit dir genommen... Golgari.“, dachte sie bei sich.
„Ähm... hat irgendwer den Stein?“, fragte Nezahet leise.
Shanya hob die Hand mit dem Stein in die Höhe.
Nezahet stöhnte. „Warum eigentlich immer meine Frau?“
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Re: Der Boronsanger des großes Sieges

Beitrag  Pingu el Plüscho am 02.04.13 0:29

super zusammenfassung, aber eine korrektur hab ich: dragio hat nicht den ignifaxius sodern 2 mal den fulminictus benutzt... theoretisch sah man nichts außer knochen, die unter einer druckwelle verbogen bzw. wackelten
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Re: Der Boronsanger des großes Sieges

Beitrag  Tessa am 02.04.13 0:46

Uh okay

werd ich ausbessern!


dann hat Shanya vermutlich gar nicht mitbekommen, dass da überhaupt gezaubert wurde... hmmm
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Re: Der Boronsanger des großes Sieges

Beitrag  Pingu el Plüscho am 02.04.13 0:53

das ist der vorteil dieses zaubers... er ist schnell und du siehst ihn eig nicht ;) nur durch die druckwelle kann man es evtl. an den knochen sehen... musst du mal sinesschärfe würfeln, ob du es bemerkt hast!


aber mal was anderes... magst du mir mal deine mitschriften zukommen lassen?
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Re: Der Boronsanger des großes Sieges

Beitrag  Tessa am 02.04.13 15:55

Alle oder nur von bestimmten Situationen?

Ich kann sie dir am Donnerstag geben, aber ich schätze, du wirst nicht viel entziffern können - das fällt mir selbst oft schwer hinterher. ^^"
Ich kürze da sehr viel ab und schreibe schnell, ergo undeutlich.
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Re: Der Boronsanger des großes Sieges

Beitrag  Pingu el Plüscho am 03.04.13 18:21

blöd... aber ich hätte gerne alle... muss ja meinem meister rechenschaft ablegen ;)
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Re: Der Boronsanger des großes Sieges

Beitrag  Tessa am 05.04.13 19:25

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Re: Der Boronsanger des großes Sieges

Beitrag  Pingu el Plüscho am 11.04.13 17:03

hm... überlebt durch glück einen kampf in massiver überzahl mit einem einzelnen skelett (was nach standardregeln die jeweiligen grundwerte hatte) und schon wird sie übermutig... :P
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