Moralkodex Kor-Kirche

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Moralkodex Kor-Kirche

Beitrag  Tessa am 17.07.15 4:22

Ich habe mich ein bisschen durch Forenthreads zu Kor gelesen und hatte Lust, mal meine eigene Interpretation dazu auszuformulieren - zumal es für mich ja wichtig ist, Khorena korgefällig zu spielen und ich da gerne wüsste, ob meine Auffassung dessen, was korgefällig ist, sich mit der Einschätzung vom Rest der Gruppe verträgt - vor allem mit der des Meisters.

Kurzer Überblick ausm WdG:

WdG 54 - Kor für den eiligen Leser (unvollständig) schrieb:Apekte: Kampflust, Kampfrausch, Blut, Sieg (Aspekte des 'Guten Kampfes'); Beute, Sold, Vertrags- und Worttreue (Aspekte des 'Guten Goldes')
Weltliche Aufgaben: an Schlachten teilnehmen, für die Rechte der Söldner eintreten
Feindbilder: Schwäche, Zögerlichkeit, mangelnde Opferbereitschaft, Deserteure, zahlungsunwillige Auftraggeber, Verräter
Lehre der Kirche: Kämpfe für den Sieg. Siege für den Kampf!
Ziele der Kirche: Herrschaft und Leben den Starken, Unterjochung und Tod den Schwachen
Weltbild: Die Welt ist ein einziges Schlachtfeld
Menschenbild: Der Mensch lebt, um zu zeigen, ob er zu den Starken oder zu den Schwachen gehört.
Stärkstes Argument: Wer sich fürchtet, siegt nicht!
Lebensinhalte der Gläubigen: Kämpfen um des Sieges und des Kampfes Willen.

Was muss ein Geweihter also beachten?

Aus dem und den weiteren Beschreibungen habe ich folgende Vorgaben der Kirche an ihre Anhänger formuliert und, da es mir passend schien, gemäß der Aspekte Kors strukturiert:

Guter Kampf:
1. Kampflust: Strebe nach dem Guten Kampf!
→ Suche nach ebenbürtigen Gegnern!
→ Schone jene, die nicht kämpfen können/wollen – sie sind keinen Kampf wert.
2. Kampfrausch: Genieße den Kampf!
→ Zeige dein Können!
→  Spiele mit dem Gegner wie der Panther mit  der Beute!
3. Sieg: Siege!
→ Wer sich fürchtet, siegt nicht!
→ Gib nie auf! Rückzug ist keine Option!
4. Blut: Blut muss fließen!
→ Lasse deine Gegner bluten!
→ Blute! Lehne Behandlung ab, solange du kannst!
→ Wird Kor um eine Schlacht betrogen, muss ein Blutopfer seinen Blutdurst stillen!
5. Gnadenlosigkeit: Erwarte keine Gnade! Zeige keine Gnade!
→ Was dich nicht umbringt, macht dich stark!
→ Herrschaft und Leben den Siegern, Unterjochung und Tod den Verlierern!



Gutes Gold:
6. Sold: Lasse dir in Gutem Gold bezahlen, was kein Guter Kampf ist!
→ Verkaufe dein Schwert nicht unter Wert!
→ Verlange keine Wucherpreise!
7. Beute: Dem Sieger steht die Beute zu!
→ Lass dir nicht das Recht nehmen zu plündern!
→ Beute wird gerecht nach zuvor geregelten Anteilen aufgeteilt!
8. Vertrags- und Worttreue: Halte dich an Verträge! Halte dein Wort!
→ Erfülle deine Aufträge!
→ Sei loyal gegenüber deinem Auftraggeber, so lange der Vertrag gilt!
→ Strafe Deserteure streng!
→  Strafe Verräter noch strenger!
9. Söldnerehre: Halte dich an die Söldnerehre!
→ Verhindere Schändungen gegen Mensch und Ding!
→ Nimm den Unterlegenen nicht die Lebensgrundlage!

Es gibt laut Beschreibung diese zwei Strömungen, die des Guten Kampfes und die des Guten Goldes. Ich habe die in Foren als z.T. widersprüchlich bezeichneten Vorgaben der Kirche den verschiedenen Strömungen zugeordnet und sehe das in der Praxis der Geweihtenschaft folgendermaßen:
Jeder Geweihte bewegt sich irgendwo zwischen beiden Extremen ist aber in jedem Fall beiden Richtungen verpflichtet! Während sich jedoch die einen mehr ihren weltlichen Aufgaben zuwenden, für Söldner (und Gladiatoren) da zu sein, sich für deren Rechte einzusetzen und ihnen in Schlachten beizustehen, fühlen sich andere mehr berufen, als Einzelgänger die Nähe Kors zu suchen – sie sind die Mystiker unter den Kor-Geweihten, streifen oft alleine durch die Lande auf der Suche nach starken Gegnern oder lassen sich irgendwo nieder, wo man sie antreffen und herausfordern kann.
Alle befolgen an sich alle Gebote, aber wo ein Mystiker jeden Verband strikt verweigert - denn was ihn nicht umbringt, macht ihn ja stark - würde ein weltlich orientierter Geweihte vllt. eher mal ne Behandlung zulassen, wenn er durch seine Verletzung die Erfüllung seines Auftrages gefährdet sieht. Er wird dafür noch länger zu einem Auftraggeber stehen, wo der Mystiker schon keinen Bock mehr hat, weil's nix zu kämpfen gab oder so.


Zuletzt von Tessa am 18.07.15 13:51 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet (Grund : Überarbeitung: jetzt nummeriert und mit "Gnadenlosigkeit" und "Söldnerehre" auf 9(!) Prinzipien aufgestockt. ;))

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Re: Moralkodex Kor-Kirche

Beitrag  Der Doc am 17.07.15 19:04

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Zuletzt von Der Doc am 24.12.15 2:30 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Moralkodex Kor-Kirche

Beitrag  Tessa am 18.07.15 12:51

Guter Kampf und Gutes Gold sind doch da.

Bzgl. Gnadenlosigkeit wollte ich noch extra was schreiben. Was genau das zu bedeuten hat, bzw. wem gegenüber die wann gezeigt wird, das wird aus offiziellen Regelwerken nicht so klar. Da zerfetzen sich Leute in Foren drüber, ohne einen Milimeter von ihrem Standpunkt abzuweichen - wie echte Kor-Anhänger. x3
Ich wollte jedenfalls meine Einschätzung dazu noch extra formulieren, um sie mit Meistereinschätzung abgleichen zu lassen. Folgt also noch.


Söldnerehre... tja. Söldnerehre ist so ne Sache. Ich bin tatsächlich der Meinung, dass es da nicht so viel zu zu sagen gibt. Spielt hier denn mehr rein, als die Vertrags- und Worttreue?
Vllt. sollte man bei "Beute" noch ergänzen, dass - auch wenn Plündern gemäß Kodex immer(!) erlaubt sein soll - man den Leuten nicht ihre Lebensgrundlage nehmen darf. Sprich: Plündern ja, Brandschatzen nein. Und auch beim Plündern nicht das letzte Huhn rauben.
Hm. Ok, ja und dass Schändungen nicht erlaubt sind...

Edit: Habe es oben etwas überarbeitet.

Außerdem jetzt hier



Noch eine paar Worte zum umstrittenen Begriff der „Gnade“.
Was bedeutet es, einen Gott zu verehren, den man u.a. „den Gnadenlosen“ nennt und „den Mitleidlosen“ und „den Unbarmherzigen“? Muss sein Anhänger dann auch immer gnadenlos, mitleidlos und unbarmherzig sein?
Ich sehe das nicht ganz so. Man muss einen Gott nicht in allen seinen Fassetten toll finden und ihm nicht in allem nacheifern. Im Gegenteil. Sich einem Gott gleich zu denken – das geht ja Richtung Anmaßung. (Ketzer! Verbrennt ihn!)
Außerdem: Wie das Beispiel der Achaz anschaulich zeigt, kann man seinen Gott auch vorrangig fürchten und ihm deshalb Ehrerbietung entgegen bringen. Irdisch gibt es da weit mehr Beispiele. Und Kor ist auch so ein Gott zum Fürchten.
Als sein Anhänger geht es einem – meiner Einschätzung nach – nicht in erster Linie darum, so zu sein, wie Kor und dadurch Furcht zu verbreiten und sich toll zu fühlen, weil man so ein toller Hecht ist. Es geht darum, dass man selbst die allgegenwärtige – durch Kor selbst, als quasi Personifizierung des Kampfes, ausgelöste – Furcht vor Schmerz und Tod überwindet. Durch das Überwinden der Furcht wird man dann stark (Wer sich fürchtet, siegt nicht!). Wer die Furcht vor Kor, vor Schmerz und vor dem Tod überwindet, beweist damit Stärke und den Starken schenkt Kor seine Gunst und schenkt ihnen den Sieg. Man soll also nicht gnadenlos, mitleidlos und unbarmherzig gegen andere sein, sondern vorrangig gegen sich selbst!

Trotzdem ist es natürlich so, dass man auch von einem Korgeweihten wenig Gnade zu erwarten hat. Wer sich einem Rondrianer gegenüber ergibt und/oder die Waffe fallen lässt/verliert, kann sich drauf verlassen, dass dieser ihm die Hand reicht, sich für den guten Kampf bedankt und je nach Anlass des Kampfes ihn ins nächste Gefängnis oder die nächste Taverne schleift. Wenn ein Kor-Anhänger grade in Fahrt ist, lässt der sich von sowas nicht seinen Guten Kampf kaputt machen und haut weiter drauf, mit allem, was er hat. Aufgeben ist ein Zeichen von Schwäche und dann ist der Schwächling selber schuld...
Ergibt sich jetzt aber eine ganze Kompanie, bevor es überhaupt zum Kampf kommt, wird kein Korgeweihter drauf bestehe, alle diese Schwächlinge jetzt Kor zu opfern. Naja vllt. wäre es nicht verkehrt, ein paar zu opfern? Immerhin gab es jetzt keine Schlacht, da wäre Kor doch enttäuscht, wenn nicht wenigstens ein bisschen Blut fließt. Oder hey, der Anführer von denen sieht fähig aus, darf ich gegen den kämpfen, Chef? Nein? Du brauchst den noch? Sicher? Auch vollständig mit allen Gliedmaßen? Naaa gut. Du bist der Boss. Aber von irgendwem oder irgendwas muss jetzt Blut fließen, wenn du partou keinen Menschen opfern willst, dann besorg mir nen Ochsen. Oder ein Schaf? Nein? Wenigstens ein paar Hühner! Nein, da rück ich nicht von ab, das muss sein! Hey, da hab ich exra ne Klausel zu im Vertrag gehabt! Ja! Ja! Warte... da steht es! Siehst du? Tja, haste überlesen was?
Spaß beiseite. Der springende Punkt ist: Wehrlose dürfen nieder gemacht werden, sie müssen aber auch nicht. In der Kurzübersicht im WdG steht unter „Ziele der Kirche“ auch „Unterjochung und Tod den Schwachen“... daran hängt sich mancher auf, und pauschalisiert die Kirche auf einen Haufen Mörder, der eher eine illegale und verfolgte Sekte als eine (wenn auch ungern) akzeptierte Kirche sein müsste. Laut Beschreibung ist die Kor-Kirche aber nun einmal zweiteres statt ersteres. Ich denke, da hat der entsprechende Autor bei der Formulierung der Kurzcharakteristik einfach n bisschen gefailt. Was da bei "Weltliche Aufgaben" steht wäre mehr was für die Rubrik "Ziele" gewesen, aber naja. Dass Schwache sterben, scheint mir nach dem Glauben der Kor-Anhänger weniger ein Ziel, als eine Selbstverständlichkeit zu sein. Ich verstehe die Kor-Gläubigen da eher als Anhänger einer quasi darwinistischen Philosophie: Die Starken überleben, die Schwachen eben nicht. Wer hier der natürlichen Auslese auf die Sprünge helfen will und Schwache gezielt ausmerzt, der hat den Grundgedanken falsch verstanden und steht mit mind. einem Bein im Pakt mit Belhalhar... was ja zugegeben öfter mal vorkommt bei den Koris. Trotzdem ist Kor nicht Belhalhar und Darwin nicht Hitler. ;)

Soweit meine Meinung dazu.

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