Gedanken einer Söldnerin

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Gedanken einer Söldnerin

Beitrag  Tessa am 09.02.15 16:42

Khorena starrte missmutig in die kalte, dunkle Nacht. Sie fühlte sich unwohl, ohne ihren Helm. Aber grade war es wichtiger, zu sehen, als nicht gesehen zu werden. So lange sie Wache schob, trug sie Verantwortung für das Leben ihrer Kameraden. Sie musste sehen und hören können, so gut es in der Dunkelheit ging. Würde sich jemand anschleichen und ihr einen Pfeil durch den Kopf jagen, ehe sie ihn bemerkte... nun, dann würde der Helm auch nicht helfen. Dennoch fühlte sie sich schutzlos ohne die stählernen Wand zwischen sich und dem Rest der Welt. Und es war ein beschissener Tag gewesen. Ihr Hintern tat schweine weh von der ungewohnten Reiterei. Dass das blöde Vieh auch so wackeln musste. Alle Knochen durch gerüttelt und alle Muskeln angespannt... Laufen konnte nicht anstrengender sein. Aber die feinen Herren hatten es eilig. Khorena verzog das Gesicht. Mit der Zunge kämpfte sie gegen hartnäckige Essensreste in einer Zahnlücke, während sie weiter grübelte. Echt beschissener Tag. Erst diese Reiterei und die abfälligen Blicke von Conn... vom Wohlgeboren und dem eingebildeten Magier, dann diese lächerliche Schlacht gegen diesen Übermacht schwarztobrischer Söldner. Eigentlich müssten sie alle tot sein. Stattdessen war sie selbst nicht mal verletzt, Conn... der Wohlgeboren nur angeschlagen und die Magiewirker nur ausgelaugt. Weil diese Hornochsen unbeirrt ins Feuer der Schützen und Magier gerannt waren, statt sich einmal in Deckung zu sammeln und geschlossen vor zu rücken, um die allein von ihr und Co... dem Wohlgeboren gehaltene Blockade zu durchbrechen. Wer glaubt, sich auf schiere Übermacht verlassen zu können, sollte trotzdem nicht so dämlich sein, sie nicht richtig zu nutzen. Wenigstens waren die meisten schnell gestorben. Khorena warf einen wachsamen Blick in jene Richtung, wo die Leichen lagen. Bewegte sich was? Nein? Gut. Man konnte nie wissen in dieser gottverlassenen Gegend. Im wahrsten Sinne gottverlassen. Angewidert spuckte die Söldnerin aus. Dann wandte sie sich den zwei einzigen Überlebenden der schwarztobrischen Truppe zu. Beide schienen zu schlafen. Arme, jämmerliche Hunde. Ihre Kumpanen waren wenigstens schnell gestorben. Die meisten. Die hier hatten vermutlich den Schock ihres Lebens weg. Khorena wäre schockiert gewesen über die gewaltige magische Macht, die hier gewütet hatte... wenn sie nicht glücklicherweise auf der richtigen Seite gestanden hätte. Andererseits... je nachdem wie lange die zwei schon in den Diensten von Borbarads Schergen standen, hatten sie vielleicht noch ganz andere Schrecken gesehen. Hatten Dämonen, Chimären und anderes widernatürliches Gezücht dabei beobachten können, wie sie Menschen zerrissen... Khorena schnaubte wütend. Die beiden waren selbst schuld, wenn sie sich von den falschen anheuern ließen. Verprechungen von Gold und reicher Beute lockten immer wieder so dämliche Idioten in Verträge gewissenloser Hundssöhne. Dabei waren es meistens gerade die, die viel Bezahlung versprachen... die nicht erpicht darauf waren, alles davon auch zahlen zu müssen. Und tote Söldner stellen keine Forderungen mehr. Witwen und Weisen kamen – so es überhaupt welche gab – selten zu der ihr versprochenen Entlohnung. Darum war es geradezu lohnenswert, verschwenderisch mit Menschenleben umzugehen. Khorena knurrte leise. Sie stocherte ein bisschen in der Glut – mehr um sich davon zu überzeugen, dass sie noch Wärme abgab, als dass es viel genützt hätte – und beschloss dann, sich ein wenig die Beine zu vertreten. Vielleicht wurde ihr davon warm. Außerdem musste sie eh mal pissen.
Auf dem Rückweg vom Lagerrand kam sie an den zwei Gefangenen vorbei. Zögerlich verlangsamte sie ihren Schritt. Arme Hunde. Was sie wohl dazu gebracht hatte, sich unter das schwarztobrische Banner zu begeben? War es wirklich nur die Gier nach Gold? Oder waren sie wirklich vergiftet von borbaradianischer Gotteslästerlichkeit? Und wenn ja, wie war es dazu gekommen, dass sie sich von den Göttern abgewendet hatten? Verachtung mischte sich mit Mitleid, als Khorena an Zeiten zurück dachte, wo sie selbst nicht weit davon entfernt gewesen war, auf die Welt und die Götter zu fluchen. Was haben die Zwölfe auch viel zu bieten für Leute wie sie? Wer sein Leben mit nichts als Kämpfen verbringt, dabei aber nicht Rondras Tugenden befolgen will... oder kann... nun wenn er Stärke beweist, kann Kor ihn finden. Kor ist keiner der Zwölfe, aber von den zwölfgöttlichen Geweihten als Sohn Rondras und Famelors geduldet – wenn auch nicht immer respektiert. Ob Kor sich dieser zwei verirrten Seelen annehmen würde? Vielleicht. Immerhin hatte er auch ihre Seele aus der Finsternis der Verzweiflung geführt und ihrem Leben wieder Wert gegeben. Nachdenklich blieb Khorena stehen und betrachtete die zwei schlafenden Gestalten. Dann fasste sie einen Entschluss.

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Re: Gedanken einer Söldnerin

Beitrag  Der Doc am 09.02.15 18:10

warum... WARum . . . . . . . W A R U M ahne ich, dass das ähnliche Scheiße und Ärger bedeutet, wie Madayas und Scaldis Entschlüsse?????

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Re: Gedanken einer Söldnerin

Beitrag  Pingu el Plüscho am 10.02.15 13:32

hey, madayas und scaldis entschlüsse bedeuten keinen ärger... zumindest nicht für sie :D

und ich finde es interessant das mal so zu lesen, zumal ich mich schon auf ein gespräch freue^^

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